Ein Rudergerät Trainingsplan ist der Unterschied zwischen Herumsitzen und zielgerichtetem Training — er gibt dir Struktur für Puls, Schlagzahl und Dauer und zeigt dir schwarz auf weiß, ob du dich wirklich verbesserst.
Dieser Ratgeber liefert dir einen kompletten Trainingsplan für Anfänger und Fortgeschrittene, erklärt Dauermethode und Intervalltraining Schritt für Schritt und zeigt dir fünf Technik-Drills, mit denen du Schwachstellen im Ruderschlag gezielt abtrainierst.
Wofür brauchst du einen Rudergerät Trainingsplan?
Ein Rudergerät Trainingsplan liefert dir Struktur, Messbarkeit und Schutz vor Übertraining — er ist das Werkzeug, mit dem du IST- und SOLL-Zustand vergleichst und dein Rudern vom Bauchgefühl auf Fakten umstellst. Du dokumentierst Puls, Schlagzahl und Dauer pro Einheit, steigerst die Belastung kontrolliert und baust Regenerationstage fest ein.
Besonders Anfänger profitieren, weil der häufigste Fehler — „zu viel, zu früh“ — durch einen schriftlichen Plan fast automatisch vermieden wird. Wenn du noch unsicher bei der Rudertechnik bist, wirf vorher einen Blick in unseren Ratgeber zur korrekten Rudertechnik.
Wie lange sollte eine Rudergerät-Einheit dauern?
Eine sinnvolle Rudergerät-Einheit dauert zwischen 20 und 60 Minuten — je nach Trainingsziel. Für HIIT reichen 20 Minuten, für Fettverbrennung sind 45 Minuten ideal, für den Aufbau von Grundausdauer 60 Minuten bei niedriger Intensität.
| Trainingsziel | Dauer | Intensität |
|---|---|---|
| HIIT/Kraftausdauer | 20–30 Min | 80–90 % MP |
| Fettverbrennung | 40–50 Min | 65–75 % MP |
| Grundausdauer | 50–60 Min | 60 % MP |
| Aktive Erholung | 15–20 Min | 50 % MP |
Wer dreimal pro Woche rudert, kombiniert idealerweise ein HIIT mit zwei Ausdauer-Einheiten.
Rudergerät Trainingsplan für Anfänger: Die Dauermethode über 3 Wochen
Für Anfänger ist die Dauermethode der richtige Einstieg — du ruderst 30 bis 50 Minuten bei konstant niedriger Intensität und baust damit genau das auf, was jedes spätere Intervalltraining voraussetzt: Grundausdauer und sauberen Ruderschlag.
Die Methode hält Puls und Intensität konstant bei rund 60 % Maximalpuls, trainiert die aerobe Kapazität und lässt dir mentale Kapazität frei, um an der Technik zu feilen.

Der 3-Wochen-Anfängerplan
Starte mit drei Einheiten pro Woche und jeweils einem Ruhetag dazwischen. Die Schlagzahl bleibt bei moderaten 20–25 Zügen pro Minute — das ist bewusst niedrig, damit du an der Technik statt an der Geschwindigkeit arbeitest.
| Woche | Einheit | Dauer | Puls (% Max-Puls) | Schläge/Min |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 1 | 30 Min | 60 % | 20–22 |
| 1 | 2 | 30 Min | 60 % | 22–24 |
| 1 | 3 | 30 Min | 60 % | 23–25 |
| 2 | 1 | 40 Min | 60 % | 20–22 |
| 2 | 2 | 40 Min | 65 % | 22–24 |
| 2 | 3 | 40 Min | 60 % | 23–25 |
| 3 | 1 | 50 Min | 60 % | 20–22 |
| 3 | 2 | 50 Min | 65 % | 22–24 |
| 3 | 3 | 50 Min | 65 % | 23–25 |
Dieser Plan ist eine Orientierung, keine Vorschrift. Wenn du nur 18 Schläge pro Minute schaffst oder nach 20 Minuten am Limit bist, ist das völlig in Ordnung — dann ist das dein Startpunkt. Trainingspläne müssen immer individuell angepasst werden.
Puls vor Schlagzahl
Wenn du eine Pulsuhr oder einen Brustgurt nutzt, richte dich nach dem Puls, nicht nach der Schlagzahl — der Puls ist der ehrlichere Indikator für deine Belastung. Wichtig ist, dass du in Woche 1 maximal 60 % deines Maximalpulses erreichst.
Wie viele Schläge pro Minute du dafür brauchst, ist zweitrangig — nach der ersten Einheit hast du einen persönlichen Richtwert und kannst den Plan feinjustieren. Wenn sich die drei Wochen mühelos anfühlen, bist du bereit für den nächsten Schritt.
Rudergerät Trainingsplan für Fortgeschrittene: Intervalltraining richtig einsetzen
Sobald du ein paar Wochen Rudererfahrung hast, bist du bereit fürs Intervalltraining — die Methode, mit der du in kürzerer Zeit mehr Fortschritt machst und die Fettverbrennung spürbar ankurbelst. Der größte Unterschied zur Dauermethode ist die „lohnende Pause“: Du ruderst weiter, aber mit so niedriger Intensität, dass dein Puls auf rund 120–130 Schläge pro Minute fällt.
Sobald dieser Wert erreicht ist, startest du die nächste Belastungsphase — 10 bis 15 Mal pro Einheit. Damit trainierst du deinen anaeroben Stoffwechsel und baust die Fähigkeit auf, kurzzeitige hohe Belastungen durchzustehen. Steig nur ein, wenn du schon eine solide Ausdauerbasis hast.
Übersicht: Welche Methode passt zu dir?
| Methode | Intensität | Pausen | Trainingsziel |
|---|---|---|---|
| Dauermethode | 50–60 % | keine | Grundausdauer |
| Extensive Intervallmethode | 70–80 % | kurz, lohnend | Kraftausdauer |
| Intensive Intervallmethode | 80–90 % | länger, lohnend | Maximale Kraftausdauer |
Extensives Intervalltraining: Der weichere Einstieg

Beim extensiven Intervalltraining wechselst du schnell zwischen Belastung und Erholung bei rund 70–80 % des Maximalpulses — die Pausen sind kurz, dafür sind mehr Durchgänge möglich als beim intensiven Intervall. Das ist der ideale Einstieg ins HIIT auf dem Rudergerät.
Konkret: Du ruderst so lange, bis dein Puls auf etwa 145–150 Schläge pro Minute steigt, dann fährst du runter auf niedrige Intensität und ruderst weiter, bis der Puls bei rund 120 Schlägen liegt. Dann geht es wieder hoch. Die Anzahl der Durchgänge ist ein Richtwert — erhöhe oder verringere sie passend zu deiner Form.
| Woche | Einheit | Intervall-Durchgänge | Puls (% Max-Puls) |
|---|---|---|---|
| 1 | 1 | 10 | 70–80 % |
| 1 | 2 | 10 | 70–80 % |
| 1 | 3 | 11 | 70–80 % |
| 2 | 1 | 11 | 70–80 % |
| 2 | 2 | 12 | 70–80 % |
| 2 | 3 | 13 | 70–80 % |
| 3 | 1 | 13 | 70–80 % |
| 3 | 2 | 14 | 70–80 % |
| 3 | 3 | 15 | 70–80 % |
Auch hier gilt: der Plan ist ein Orientierungsrahmen. Wenn du nach acht Durchgängen am Ende bist, brich ab und notiere das — nach einer Woche hast du einen ehrlichen Richtwert. Starte erst mit der intensiven Variante, wenn dir das extensive Intervall über drei Wochen mühelos gelingt.
Intensives Intervalltraining: Kurze Hochlastphasen, längere Pausen
Beim intensiven Intervalltraining sind die Belastungen höher, aber kürzer — du gehst mit 80–90 % deines Maximalpulses an deine Grenze und bekommst dafür spürbar längere Erholungsphasen. Beginne damit erst, wenn du schon einige Einheiten extensives Intervalltraining hinter dir hast.

Konkret: Du ruderst bis dein Puls auf 155–175 Schläge pro Minute steigt (typischer Bereich für einen 30-jährigen Mann), dann fährst du runter, bis du bei ca. 120 Schlägen liegst — und gehst dann wieder hoch. Weil die Belastungsspitzen so hoch sind, fallen die Pausen länger aus als beim extensiven Intervall.
| Woche | Einheit | Intervall-Durchgänge | Puls (% Max-Puls) |
|---|---|---|---|
| 1 | 1 | 8 | 80–90 % |
| 1 | 2 | 8 | 80–90 % |
| 1 | 3 | 9 | 80–90 % |
| 2 | 1 | 9 | 80–90 % |
| 2 | 2 | 10 | 80–90 % |
| 2 | 3 | 10 | 80–90 % |
| 3 | 1 | 10 | 80–90 % |
| 3 | 2 | 11 | 80–90 % |
| 3 | 3 | 12 | 80–90 % |
Welche Vorteile bringt dir das Intervalltraining?
Intervalltraining auf dem Rudergerät hat vier konkrete Vorteile gegenüber der reinen Dauermethode: Zeitersparnis, höherer Kalorienverbrauch, schnellere Fitnesssteigerung und mehr Motivation. Rund 30 Minuten HIIT erzielen denselben Trainingseffekt wie 60 Minuten Dauermethode.
- Zeitersparnis: Intervalleinheiten belasten dich stärker und dauern deshalb kürzer — typisch 20–30 Minuten statt 60
- Kalorienverbrauch: Du verbrennst im gleichen Zeitraum rund 50 % mehr Kalorien als bei der Dauermethode, plus Nachbrenneffekt für mehrere Stunden nach dem Training
- Fitness-Steigerung: Die hohen Belastungsspitzen schocken die Muskulatur, wodurch sich dein Fitnesslevel schneller verbessert als bei monotonem Ausdauertraining
- Motivation: Das ständige Wechselspiel bleibt abwechslungsreich — Fortschritte sind messbar und sichtbar, was das Dranbleiben leichter macht
Warm-Up und Cool-Down: Die 10 Minuten, die deinen Körper schützen
Warm-Up und Cool-Down sind je 5 Minuten leichtes Rudern vor und nach jeder Einheit — der Schutzmechanismus, der Verletzungen vorbeugt und deinen Körper auf die Belastung ein- und wieder abschaltet. Wer sie weglässt, spart fünf Minuten und riskiert wochenlange Zwangspausen.
Warm-Up: So bereitest du deinen Körper vor
Starte jede Einheit mit 5 Minuten lockerem Rudern bei niedriger Intensität. Dabei werden Sehnen, Muskeln und Bänder gelockert — die Verletzungsanfälligkeit sinkt deutlich — und du stellst dich mental auf die kommende Belastung ein. An kalten Tagen oder nach langem Sitzen dürfen es gerne sieben bis acht Minuten sein.
Cool-Down: Warum du nicht abrupt stoppen solltest
100-Meter-Sprinter bleiben nach dem Lauf nie abrupt stehen — sie traben mehrere hundert Meter aus. Genau das ist ein Cool-Down: dein Herz-Kreislauf-System fährt langsam herunter statt abrupt zu stoppen, und der Abtransport von Laktat aus den Muskeln wird beschleunigt. Beende jede Einheit mit rund 5 Minuten lockerem Rudern, bis sich der Herzschlag normalisiert hat.
Technik-Drills: Fünf Übungen für einen besseren Ruderschlag
Technik-Drills sind kurze, gezielte Übungen, die einzelne Phasen des Ruderschlags isolieren und deine Schwachstellen aufdecken. Fünf bis zehn Minuten Drills pro Einheit reichen aus, um nach wenigen Wochen eine spürbar sauberere Technik zu haben — eingebaut direkt nach dem Warm-Up.
Arms Only Rowing: Fokus auf Arme und Rücken
Beim Arms Only Rowing isolierst du die letzte Phase des Ruderschlags — Beine und Oberkörper bleiben komplett stehen, nur die Arme ziehen den Griff zur unteren Rippenbogen-Höhe. Ziel: Du spürst, wie sich saubere Armarbeit und Schulterblatt-Retraktion anfühlen sollten. Schaffst du nicht mehr als 14–16 Schläge pro Minute, weil die Arme schnell müde werden — das ist normal und zeigt, dass die Isolation wirkt.
Arms and Body Only Rowing: Arme plus Oberkörper-Schwung
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Mehr InformationenDiese Variante ergänzt das Arms Only um den leichten Oberkörper-Schwung aus der Hüfte — die Beine bleiben weiterhin ruhig. Der Oberkörper kippt kontrolliert nach hinten, bleibt dabei in einer Linie und gibt zusätzlichen Schwung in den Zug. Bei dieser Variante werden die Bauchmuskeln und der untere Rücken zusätzlich zum Lat aktiviert — eine gute Übung, wenn du das Gefühl hast, nur aus den Armen zu rudern.
Slow Slide Drill: Die Abrollphase bewusst verlangsamen
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Mehr InformationenDer Slow Slide Drill ist die normale Ruderbewegung mit einem entscheidenden Unterschied: Die negative Phase (das Zurückrollen in die Ausgangsposition) führst du bewusst langsam aus. Das verlängert die Muskelkontraktion und trainiert die Core-Stabilität massiv. Typisch schaffst du mit dieser Methode nur 14–18 Schläge pro Minute — das ist gewollt. Wer hier sauber bleibt, rudert auch im Hochtempo sauberer.
Feet Out Rowing: Wenn die Füße nicht angeschnallt sind
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Mehr InformationenBeim Feet Out Rowing löst du die Fußschlaufen komplett und ruderst mit freien Füßen — das zwingt dich, den Druck kontrolliert über die Fußballen aufzubauen, statt an den Schlaufen zu ziehen. Die Fußballen dürfen sich in vorderster Position leicht anheben, müssen aber beim Zug zurück auf den Pedalen landen. Ziel: Du trainierst Fußmuskulatur und Beinbeuger und merkst sofort, wenn dein Zug unsauber wird — das Rudergerät bestraft Fehler kompromisslos.
Legs Only Rowing: Nur die Beine arbeiten lassen
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Mehr InformationenBeim Legs Only Rowing brichst du die Bewegung genau dort ab, wo der Oberkörper normalerweise ins Spiel kommt — Arme und Rumpf bleiben durchgestreckt und passiv, nur die Beine drücken ab. Das ist die Übung, mit der du die erste Ruderschlag-Phase isolierst und die Kraftentwicklung aus den Beinen trainierst. Rund 60 % der Kraft beim Rudern kommen aus den Beinen — wer hier Defizite hat, verschenkt den Großteil seines Trainingseffekts.
Fazit: Mit welchem Trainingsplan solltest du starten?
- Wenn du Rudergerät-Anfänger bist, starte mit der Dauermethode über drei Wochen, dreimal wöchentlich 30–50 Minuten bei 60 % Maximalpuls — und nimm dir die Zeit, an der Technik zu feilen, bevor du ans Tempo denkst.
- Wer bereits eine solide Basis hat, steigt ins extensive Intervalltraining ein und wechselt nach zwei bis drei Wochen ins intensive Intervall.
In beiden Fällen gehören 5 Minuten Warm-Up und 5 Minuten Cool-Down zu jeder Einheit — ohne Ausnahmen.
Der Plan in diesem Ratgeber ist eine ehrliche Vorlage, keine Vorschrift. Passe Dauer, Schlagzahl und Intensität an dein persönliches Leistungsniveau an, dokumentiere Puls und Fortschritt und wechsle die Methode erst, wenn die aktuelle spürbar leicht wird.
Wenn du noch auf der Suche nach dem passenden Gerät bist, findest du in unserem Rudergerät Test mit über 130 Modellen die aktuellen Empfehlungen — und für Einsteiger lohnt ein Blick in die Bestenliste bis 300 Euro.




