Das Adidas R-21 ist das erste Rudergerät des Sportartikelherstellers — und für einen Erstling bemerkenswert durchdacht. In diesem Adidas Rudergerät R21 Test zeigen wir, wo die Stärken liegen und an welchen Stellen die Konkurrenz die Nase vorn hat. Hier sind unsere Erfahrungen.

Unsere Erfahrungen mit dem Adidas R-21 im Überblick
Das Adidas R-21 haben wir über mehrere Wochen eingesetzt — von kurzen 20-Minuten-Cardio-Einheiten bis zu längeren 45-Minuten-Sessions. Im Fokus standen zwei Fragen: Kann ein Lifestyle-Hersteller wie Adidas ein konkurrenzfähiges Wasserrudergerät bauen? Und wie schlägt sich der Wasserwiderstand im Vergleich zu etablierten Marken wie Skandika oder WaterRower?

Verarbeitung und Aufbau
Das Adidas R-21 kommt als 55 kg schweres Paket — alleine auspacken und aufbauen ist möglich, zu zweit geht es deutlich einfacher. Im Lieferumfang steckt neben dem Gerät auch ein Adidas Pulsgurt, eine Siphonpumpe und das nötige Werkzeug.
Der Aufbau besteht im Wesentlichen aus dem Befestigen von Laufschiene, Sitz, Füßen, Computer und Haltearm am bereits verschraubten Hauptteil. Im Anschluss pumpst du mit der Siphonpumpe 10 bis 16 Liter Wasser in den Tank. Sieben Markierungen am Tank zeigen den Grundwiderstand an — in den meisten Fällen empfiehlt sich direkt die höchste Stufe, da der eigentliche Widerstand über die Zugintensität gesteuert wird.
Die Verarbeitung aus Stahl und Kunststoff ist robust und wertig. Der grau-matte Look mit roten Akzenten wirkt sportlich und passt zum Adidas-Design. Die Laufschiene, die Halterungen, die Fußstützen und die Zugstange sind hochwertig verarbeitet. Ein optisches Highlight ist die rote LED unter der Laufschiene, die beim Rudern automatisch leuchtet und mit steigender Intensität heller wird. Im Vergleich zu Holz-Rudergeräten in unserem Test kann das R-21 optisch nicht ganz mithalten — dafür bringt es eine eigene, sportliche Ästhetik mit.

Ein Schwachpunkt ist der Sitz: Er hat eine gute Höhe, ist aber etwas zu hart. Nach längeren Einheiten machte sich das im Adidas R-21 Test bemerkbar. Andere Hersteller bieten hier komfortablere Polsterungen. Mit 53 kg Eigengewicht und einer Belastbarkeit von 150 kg gehört das R-21 zu den stabilsten Wasserrudergeräten in seiner Preisklasse.
Wie trainiert es sich mit dem Adidas R-21?
Das Rudergefühl des Adidas R-21 ist harmonisch und ausgeglichen — der Wasserwiderstand setzt an den richtigen Stellen ein, und die Ergonomie gehört zu den besten in dieser Preisklasse. Die Schwächen zeigen sich beim Sitz und der fehlenden Doppelschiene.
Wie gut ist das Rudergefühl und der Widerstand?
Der Ruderzug fühlt sich im Adidas R-21 Test flüssig und rund an. Der Wasserwiderstand reagiert progressiv auf die Zugintensität, die Umlenkrollen für das Zugband arbeiten sauber, und der Sitz gleitet ohne Stottern über die Schiene. Das Widerstandsniveau liegt bei 3,5 von 5 Punkten — ausreichend für Einsteiger und ambitionierte Hobbysportler.

Zwei Einschränkungen fielen uns auf: Der Sitz hat leichtes Spiel zur Seite, wenn du dich bewusst verlagerst. Geräte mit Doppelschiene wie das Skandika Nemo IV lösen das besser. Außerdem ist der Sitz etwas hart — nach 30 Minuten spürbar, aber erträglicher als ein zu weicher Sitz, der die Position nicht hält.

Die Ergonomie ist dafür hervorragend: Der Einstiegspunkt ist hoch, das Auf- und Absteigen fällt leicht, und das Display befindet sich auf Kopfhöhe — du musst beim Training nie nach unten schauen. Die Fußstützen lassen sich schnell individuell anpassen, die Zugstange liegt gut in der Hand. Für Personen bis 200 cm Körpergröße bietet die Schiene genug Auszug — ein Überblick über Rudergeräte für große Personen zeigt, warum das keine Selbstverständlichkeit ist.

Wie laut ist das Adidas R-21?
Das Plätschern des Wassers bleibt bei normaler Trainingsintensität angenehm leise und fast meditativ. Fernsehen oder Musik nebenbei funktioniert problemlos — du musst die Lautstärke nur etwas aufdrehen. Auch abendliches Training stört weder Familie noch Nachbarn.
Neben dem Wassergeräusch hörst du den Sitz auf der Schiene, der ein leichtes Schleifgeräusch von sich gibt. Geräte mit Doppelschiene wie das Nemo IV oder V sind hier einen Tick leiser und ausgeglichener. Wer keinen direkten Vergleich hat, wird das Schleifgeräusch aber kaum als störend empfinden.
Was bietet der Trainingscomputer?
Der Computer des Adidas R-21 hat uns positiv überrascht. Das beleuchtete LCD-Display zeigt die wichtigsten Trainingsdaten übersichtlich an:

- Geschwindigkeit
- Zeit und Zeit pro 500 Meter
- Distanz
- Ruderschläge pro Minute
- Kalorienverbrauch
- Watt-Leistung
- Puls (via inkl. Bluetooth-Pulsgurt)
Der Wert für 500 Meter und die Watt-Anzeige sind in dieser Preisklasse selten — beides sind relevante Metriken für Ruderer, die ihre Leistung tracken wollen. Die Bedienung über 6 Folientasten ist einfach, auch wenn der Druckpunkt nicht immer optimal trifft. Drei Countdown-Programme (Zeit, Distanz, Kalorien) und ein manuelles Programm stehen zur Verfügung — nicht viel, aber für Basis-Training ausreichend.

Der Pulsgurt im Lieferumfang ist ein echtes Plus: Die Bluetooth-Kopplung funktioniert zuverlässig, die Herzfrequenz wird live angezeigt. Dazu gibt es einen Recovery-Modus, der das Fitnesslevel nach dem Training bewertet — ein nettes Feature, das man allerdings nach ein paar Nutzungen nicht mehr braucht.

Die größte Lücke: Es gibt keinen App-Support. Weder Kinomap noch Zwift oder andere Fitness-Apps lassen sich mit dem R-21 verbinden. Die Tablet-Halterung am Computer ist zwar stabil, aber ohne App-Anbindung bleibt sie ein reiner Bildschirmständer. Für Nutzer, die virtuelles Training erwarten, ist das ein Ausschlusskriterium.

Lässt sich das Adidas R-21 platzsparend lagern?
Das R-21 hat keine Klappfunktion — und das ist einer der größten Kritikpunkte. Zur Lagerung wird es vertikal aufgestellt. In dieser Position misst es 108 x 58 x 215 cm — das braucht Platz, zumal sich die Halterung für den Computer nicht einklappen lässt und dadurch die Tiefe unnötig wächst.

Dank der Transportrollen schiebst du das 53 kg schwere Gerät zwar an seinen Abstellplatz, aber über dicken Teppich rollt es nur schwer. Für kleine Wohnungen ist das R-21 definitiv nicht die erste Wahl. Wer ein Wasserrudergerät mit Klappfunktion sucht, findet in unserem Wasser-Rudergerät-Vergleich kompaktere Alternativen.

Vor- und Nachteile des Adidas R-21
- Robuster Stahl-Rahmen mit 150 kg Belastbarkeit
- Hervorragende Ergonomie mit hohem Einstiegspunkt
- Harmonischer Wasserwiderstand mit 7-stufigem Tankfüllstand
- Beleuchtetes LCD mit Zeit/500m und Watt-Anzeige
- Bluetooth-Pulsgurt im Lieferumfang inklusive
- LED-Unterbodenbeleuchtung als Design-Feature
- Geeignet für Personen bis 200 cm
- Kein App-Support (weder Kinomap noch Zwift)
- Nicht klappbar — 108 x 58 x 215 cm vertikal
- Sitz etwas zu hart für lange Einheiten
- Einfachschiene mit leichtem Seitenspiel
- Hoher Preis
Lohnt sich das Adidas R-21? Fazit zum Test
Das Adidas R-21 ist ein robustes Wasserrudergerät mit starker Ergonomie und einigen ungewöhnlichen Extras — aber ohne App-Support und Klappfunktion. Im Test erreicht es 82 von 100 Punkten und gehört damit zum oberen Mittelfeld der getesteten Wasserrudergeräte.
Für den Erstling von Adidas ist das R-21 bemerkenswert gut durchdacht: Der Wasserwiderstand arbeitet harmonisch, die Einstiegsposition ist komfortabel, das Display zeigt mit Zeit/500m und Watt relevante Werte, und der inklusive Pulsgurt spart einen Zusatzkauf. Die LED-Beleuchtung unter der Schiene ist ein Hingucker, den kein Konkurrenzprodukt in dieser Form bietet.
Die Schwächen sind aber spürbar: Ohne App-Anbindung fehlt ein zentrales Feature, das mittlerweile auch in dieser Preisklasse Standard ist. Ohne Klappfunktion braucht das Gerät dauerhaft Platz. Und der Sitz könnte weicher sein.
Unsere Erfahrungen mit dem Adidas R-21 nach mehreren Wochen im Test: Wer ein stabiles, ergonomisches Wasserrudergerät mit guter Technik sucht und auf App-Tracking und Klappfunktion verzichten kann, bekommt ein solides Trainingsgerät. Wer Kinomap oder interaktives Training erwartet, sollte sich bei Skandika oder Sportstech umsehen — dort gibt es für ähnliches Geld mehr digitale Ausstattung.












